Paraibaturmalin

Dieser Information wurde von der, Deutsche Gemmologische Gesellschaft eV, entnommen!

Paraiba-Turmaline - Herkunftsbezeichnung oder Varietätsname
1987 wurden im Norden Brasiliens erstmalig kupferführende Turmaline in Pegmatiten entdeckt die ihre Farbe den Spurenelementen Kupfer und Mangan verdanken. Insbesondere waren und sind es die außergewöhnlich türkis- neonfarbenen Blautöne, die dem sog. „Paraiba-Turmalin“ (nach dem Fund im Staat Paraiba, Brasilien) Weltruhm verschafften.
Ende 2000 gelangten dann auch kupfer- und manganhaltige Turmaline aus der Oyo Provinz in Nigeria auf den Markt, die vergleichbare gemmologische Eigenschaften besitzen und bereits damals kam es zur ersten Diskussionen über die Ausweitung des Begriffes „Paraiba-Turmalin“ auch auf diese Steine.

Vor ein paar Jahren wurden in der bekannten Pegmatitregion von Alto Ligonha in Mosambik, die schon seit Jahrzehnten Lieferant von diversen Turmalinen ist, abgerollte von sekundären Vorkommen stammende violette, pinkfarbene, purpurfarbene, blaue, grünlich-blaue, gelblich-grüne und grüne Turmaline gefunden, die zu einem großen Teil auch als kupfer- und manganhaltige Elbaite beschrieben werden können.
Durch diesen Neufund in Mosambik und die starke Nachfrage nach diesem Material lebte diese Diskussion neu auf und wurde intensiver geführt als je zuvor.
Es stellt sich die Frage, was der Name „Paraiba-Turmalin“ eigentlich besagt?
Fakt ist das der Name von der Typenlokalität stammt. Fakt ist aber auch, dass seit rund 15 Jahren blaue bis grüne kupfer- und manganhaltige Elbaite aus dem im Norden an Paraiba angrenzenden Bundesstaat Rio Grande do Norte, ebenfalls als „Paraiba-Turmaline“ gehandelt werden. Dies bedeutet, dass mit dem Handelsnamen „Paraiba-Turmalin“ eine ganz bestimmte Turmalinart, nämlich die blaue bis grüne, kupfer- und manganhaltige Varietät des Turmalinminerals Elbait gemeint ist.
Diese Interpretation steht im Einklang mit der neuesten Ausgabe des blauen Buches der Cibjo-Nomenklatur vom Frühjahr 2006, wonach laut Anhang B über die erlaubten Handelsnamen (CIBJO Blue Book Annex B - Commercial Names) der Begriff „Paraiba-Turmalin“ für blaue und grüne Turmaline verwendet werden kann, die ihre Farbe dem Spurenelement Kupfer verdanken. Eine Herkunftsspezifizierung ist nicht explizit angegeben.
Es ist daher logisch, diesen Begriff auch auf die afrikanischen Turmaline auszuweiten, deren gemmologische Eigenschaften, ihre Farbe und Farbgebung, ja sogar das geologische Entstehungsmilieu mit den brasilianischen Turmalinen vergleichbar ist. In den Edelsteinbefundberichten der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung werden solche blauen bis grünen Turmaline wie folgt beschrieben:
Ergebnis: „Natürlicher Turmalin“
Bemerkung: „Kupfer und manganhaltige Varietät des Turmalinminerals Elbait. Kann im Handel als „Paraiba-Turmalin bezeichnet werden.“

Seite 1 2 Paraibaturmalin Edelsteine Startseite